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Josef Mallits † 19. Mai 2010


Liebe Leserinnen und Leser,

Da wir selbst miterlebt haben, wie viel Zeit, Herzblut und auch Nerven unser Opa in seine Arbeiten

und Ansichten bezüglich vieler wissenschaftlicher Themen, besonders im Bereich der Astronomie

und der Physik, investiert hat, und wir im Forum und über viele private

Mails miterleben durften, wie groß und teilweise überraschend intensiv die Anteilnahme über

sein Ableben ist, möchten wir speziell auch mit Euch, den besonders interessierten Lesern,

Diskussionspartnern, aber auch Freunden in diesem Forum ein paar Erinnerungen an

unseren Großvater teilen.

Die meiste Zeit der letzten Jahre verbrachte er in seinem Forum oder mit dem Ausarbeiten

neuer Erkenntnisse. Da wir überwältigt sind von der Tatsache, dass einige Menschen sogar eine

mehrstündige Hin- und Rückfahrt auf sich nehmen wollten oder genommen haben, nur um

unserem Großvater die letzte Ehre zu erweisen, möchten wir nun jeder und jedem, die/der

nicht die Möglichkeit hatte, von ihm persönlich Abschied zu nehmen hier die Gelegenheit geben,

zumindest ein letztes Mal etwas mehr über den Menschen Josef Mallits zu erfahren.

Im Anschluss befindet sich die von seinem Enkel Daniel vorgetragene Grabrede. Dieser liegt ein

von unserem Großvater selbstverfasster Lebenslauf zugrunde. 

Weiters befindet sich im Anhang auch eine Meditation, welche ebenfalls in dieser Form an seinem

Grab von seinem Enkel Achim vorgetragen wurde.


Wir danken allen von Euch für die große Anteilnahme und verbleiben in stiller Trauer,

David Mallits, Daniel Scheibl, Achim Scheibl, Markus Mallits, Lucas Mallits

Grabrede vorgetragen von Daniel Scheibl:



Wer war Josef Mallits?

Man weiß nur sehr selten, wer ein Mensch tief drinnen wirklich ist, ich möchte euch jedoch zumindest

von seinen drei Grundprinzipien erzählen:

1. Der Mensch lebt nicht, um zu essen, sondern er isst, um zu leben.

Dass er selbst nie heikel war, konnte man auf den ersten Blick erkennen. Gleichermaßen war er aber

auch immer bescheiden und dankbar, für das, was er hatte. Josef verstand jedoch nicht, wie

hierzulande Großmärkte tonnenweise Lebensmittel wegwerfen können, während die Menschen

anderswo verhungern.

2. Was es wiegt, das hat es.

Deshalb hat er Tatsachen immer akzeptiert, sofort Klartext geredet und stets versucht aus dem

Gegebenen das Beste zu machen.

3. Bleibe immer bei der Wahrheit.

Da er bereits in der 3. Klasse Hauptschule sah, wie ein Mitschüler bei einer Lüge ertappt wurde,

wollte er selbst nie in diese Verlegenheit geraten und widmete sein Leben, neben seiner Familie,

dem Streben nach der Wahrheit.


Woher kommt Josef Mallits und wohin führte ihn sein Weg?

Am 25. Mai 1934 wurde Josef Mallits in der Ortschaft Hammerteich geboren. Er war der Sohn

eines jungen Försters der Domäne Esterhazy. Schon früh zog er mit seiner Familie nach Raiding,

von wo aus er zu Fuß die 6 Kilometer entfernte Volks- und Hauptschule in Lackenbach besuchte.

Auch im tiefsten Winter bei starkem Schneefall nahm er den beschwerlichen Weg auf sich, um

seinen Wissensdurst zu stillen. 

Schon früh zeichnete sich sein großes Talent in Fächern wie Physik, Mathematik, Geometrie,

Chemie, Werken und Astronomie ab. Praktische Versuche waren ihm dabei das Liebste.

Weniger begeistert war er vom Krieg. Anstatt dass das Fußvolk in den Tod geschickt wird,

hätte er es lieber gesehen, wenn die „großen Herren, die sich in ihren Bunkern verstecken

herauskämen und selbst kämpften. Dann gäbe es wahrscheinlich gar keinen Krieg.“

Als sehr naturverbundener Mensch fasste er nach Abschließen der Hauptschule als erstes den

Gedanken ebenfalls Förster zu werden. Ein Jahr ging er bei seinem Vater in Lehre. Dieser weigerte

sich jedoch, der russischen Partei, welche die Forstkanzlei besetzte, beizutreten und wurde

entlassen. Mit dem Wissen und der Liebe für seine Talente im technischen Bereich versuchte

er sein Glück an der Bundesgewerbsschule Mödling, sein Hauptfach war Maschinenbau. 

Er schlief in einem Stockbett im Turnsaal des damals ebenfalls von Russen besetzten Heims.

Zusammen mit 39 anderen Mitschülern.


Im selben Jahr begannen jedoch seine Eltern ein Haus in Lackendorf zu bauen. Da das Geld

knapp wurde, fragte man Josef, ob er nicht doch lieber Tischler werden wolle. Jener Tischler,

der die Fenster mache suche nämlich gerade einen Lehrling. Da er nicht gerne in der Fremde

war begrüßte er diesen Umstand und sagte zu. 

Während seiner Lehrjahre lernte er Angela Lehrner kennen, welche er im Jahre 1957 heiratete.

Sie schenkte ihm zwei Töchter, Maria und Gabriele, und einen Sohn, Franz.

Nach 3 Jahren Gesellenzeit machte er sich gleich in Lackendorf selbstständig. 35 Jahre lang,

von 1959 bis 1994, übte er mit Freude seinen Beruf aus. Nachdem er im Alter von 60 Jahren in

Pension ging, übernahm sein Sohn Franz die Tischlerei. Er führt sie bis zum heutigen Tage.

Doch es gab auch einen anderen Josef Mallits als den Tischlermeister. 
Auf den ersten Blick wirkte er vielleicht oft wortkarg und manchmal auch abwesend. Das lag

jedoch nur daran, dass er stets viel über das Leben nachdachte. Denn eigentlich war er jemand,

der die Menschen mochte, der gerne lachte und viele Hobbies hatte – Tanzen, Motocross fahren,

Sportschießen, Waldarbeit. Eine seiner größten Leidenschaften war jedoch das Fliegen.

Papierflieger, Modellflieger, Segelflugzeug, Motorsegler - er ging diesen Weg solange bis er alle

notwendigen Prüfungen bestanden hatte, um selbst im Cockpit zu sitzen.

Nun konnte er fliegen – jederzeit und wohin auch immer er wollte.
Als tiefgläubiger Mensch war er scheinbar dem Himmel sehr gerne nahe.
Da er den Überblick aber nicht nur gern von der Luft aus hatte, hielt ihn, neben seiner Familie,

die Begeisterung für Wissenschaft und Technik am Boden. Bereits in den späten 80er Jahren

arbeitete er mit Computern. Viele hatten Angst vor Veränderung, doch Josef Mallits begrüßte

sie und erforschte auch oder gerade im fortgeschrittenen Alter zunehmend die Möglichkeiten

und Kommunikationswege der neuen, virtuellen Welt.

Begeistert und voller Hingabe widmete er sich nun besonders verschiedensten physikalischen

und astronomischen Phänomenen, die er in endlosen, arbeitsreichen Monaten und Jahren mit

hartnäckigem Willen Stück für Stück für sich ergründete. 

Josef gab nie auf und kämpfte stets dafür, seine Erkenntnisse mit seinen Mitmenschen teilen

zu können. Er ließ sich nie durch Kritik oder widrige Umstände von seinem Weg abbringen und

gewann dadurch die Bewunderung vieler Menschen, darunter auch mehrere Fachleute, aus aller Welt.

Einer Welt, aus der er völlig überraschend am 19. Mai 2010 gerissen wurde, knapp eine Woche

vor seinem 76. Geburtstag.

Er hinterlässt eine Frau, drei Kinder, fünf Enkel und viele Freunde, die jetzt um ihn trauern.

Ruhe in Frieden, Josef Mallits


Jeder Mensch hat seine eigene, geheime, persönliche Welt.
Es gibt in dieser Welt den besten Augenblick –
es gibt in dieser Welt die schrecklichste Stunde.
Doch dies alles ist uns verborgen.
Und wenn ein Mensch stirbt,
dann stirbt mit ihm sein erster Schnee, 
sein erster Kuss und sein erster Kampf.
All das nimmt er mit sich.
Was wissen wir schon von unserem Liebsten?
Wir - die meinen alles zu wissen – nichts.
Die Menschen gehen fort,
da gibt es keine Rückkehr in diese Welt.
Und je schöner und voller die Erinnerung
desto schwerer ist die Trennung.

Aber die Dankbarkeit 
verwandelt die Erinnerung in eine stille Freude.
Man trägt das vergangene Schöne 
wie ein kostbares Geschenk
IN SICH

 

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